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"Alter
Speicher"

Kurze Geschichte von Dassow
Im frühen Mittelalter lebten im Gebiet
der heutigen Stadt Dassow Slawen vom Stamm der
Obotriten. Ab 1150 wurde das Obotritenland von den
Deutschen unterworfen, und es siedelten sich deutsche
Bauern an. Der Name „Dassow“ ist slawischen Ursprungs
und wird auf das slawische Wort für Dornbusch, Gestrüpp
zurückgeführt. So begegnet uns der Dornbusch seit 1927
im Wappen des Ortes, aber auch als Namenspatron der 2001
eröffneten Sport- und Mehrzweckhalle und der Dassower
Dornbusch-Apotheke. 1188 wird das Land Dassow („terra
Dartsowe“) erstmals erwähnt, 1219 der Ort.
An der
Stelle des heutigen Speichers an der Stepenitz befand
sich eine Burg, von der aus Raubritter die Gegend
unsicher machten. Daher wurde die Burg 1261 von den
Lübeckern und den mecklenburgischen Fürsten zerstört
(dazu gibt es eine Sage). An das mittelalterliche Dassow
erinnert die stattliche Kirche St. Nikolaus, deren
äußere Gestalt aus dieser Zeit stammt. Nur der Turmhelm
wurde nach einem Großbrand, der auch den halben Ort
vernichtete, 1632 erneuert. Die mächtig gewordene
Reichsstadt Lübeck eignet sich den Dassower See an (bis
zum heutigen Tage), was die Entwicklung Dassows
hemmte.
Trotzdem entwickelt sich Dassow im
Spätmittelalter zum Marktflecken. Ein solches Mittelding
aus Dorf und Stadt blieb der Ort bis zur Verleihung des
Stadtrechtes 1938 (manche sagen, auch noch bis in die
Gegenwart). Dassow gehört zu Mecklenburg, ab 1701 zu
Mecklenburg-Schwerin. Doch unterstand Dassow bis 1910
außerdem den Besitzern des Gutes Lütgenhof: vom
Mittelalter bis 1746 sind dies die Herren von Parkentin,
1746 – 1816 die Familie von Eyben und ab 1816 die
Familie von Paepcke. Mit den Herren von Lütgenhof hatten
die Dassower langwierige Auseinandersetzungen, der
größte Teil des Landes ging an das Gut, doch konnten die
Dassower ihre Freiheit bewahren. In Dassow lebten
Ackerbürger, Fischer, Handwerker, Gastwirte und
Kaufleute.
Ab 1800 erlebte der Ort einen
allmählichen Aufschwung, viele ältere Gebäude aus dieser
Zeit sind erhalten und zum Teil liebevoll restauriert.
In einem der ältesten Gebäude, der Altenteilerkate an
der Kirche, hat der Heimatverein Dassow e. V. die
Heimatstube eingerichtet, die nach Absprache mit Frau
Brusch, Lübecker Str. 49, Tel. 038826 / 80601 besichtigt
werden kann.
Der Ausbau des Hafens an der
Stepenitzmündung, der Fernstraße von Lübeck nach Wismar
und der Eisenbahn (in Dassow von 1905 bis 1950)
förderten die wirtschaftliche Entwicklung. Der größte
Betrieb des Ortes war die Firma Callies, die mit ichen
Produkten und Baumaterial handelte und 1861 den
stattlichen Getreidespeicher an der Stepenitzbrücke
erbauen ließ.
1839 ließ sich der gerade geadelte
Gutbesitzer Paepcke in Lütgenhof ein neues Herrenhaus
bauen, dass von seinen Erben in den 1890er Jahren
repräsentativ umgestaltet und erweitert wurde. Heute ist
Schloss Lütgenhof ein elegantes Hotel mit Restaurant und
Cafè. Weitere Gutshäuser auf dem Gebiet von Dassow gibt
es in Wieschendorf, Johannstorf, Pötenitz, Harkensee,
Barendorf, Wilmstorf, Kaltenhof und Groß
Voigtshagen. Ab 1912 gab es in Dassow elektrischen
Strom, 1934 wurde die noch heute genutzte Schule
erbaut.
Ab 1936 wurden im Ortsteil Vorwerk und
bei Pötenitz große Zeugämter für Heer und Luftwaffe
errichtet, für die Angestellten entstand eine neue
Siedlung.
Den Krieg überstand Dassow unzerstört,
doch begann die sowjetische Besatzungsmacht bereits 1945
mit tiefgreifenden Umgestaltungen: die Güter wurden
enteignet und zum Teil aufgesiedelt. Viele Flüchtlinge
mussten aufgenommen werden. Bis 1960 wurde die
Landwirtschaft kollektiviert. Die Grenze zu Lübeck war
nun Zonen- und später „Staatsgrenze“, und da der
Dassower See zu Lübeck gehört, lag Dassow im
Sperrgebiet. Dies brachte viele Einschränkungen für die
Bewohner mit sich, für Besucher war der Ort weder aus
dem Westen noch aus dem Osten erreichbar. Es gab sogar
eine Mauer zwischen der B 105 und dem See, auch die
schönen Ostseestrände waren unerreichbar.
1989/90
war es mit der DDR und der Grenze vorbei, und Dassow
konnte wieder von seiner günstigen Lage profitieren. Es
entstand ein Gewerbegebiet, das zu den bedeutendsten im
Landkreis Nordwestmecklenburg zählt. Doch auch die Natur
ist in und um Dassow in seltener Vielfalt erhalten,
einige Gebiete wurden unter Schutz gestellt. Über dem
Dassower See kreisen die Seeadler, im Winter rasten dort
Tausende Wasservögel. Die Stepenitz schlängelt sich frei
und sauber durch Wiesen, Felder und Sümpfe. Alte Alleen
beschatten Straßen und Wege. Der unverbaute Strand von
Travemünde bis Boltenhagen ist einer der längsten
naturbelassenen Küstenabschnitte Deutschlands. So sind
Dassow und seine Ortsteile inzwischen auch
Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Naturfreunde
aus nah und fern geworden.
Im Jahre 2004
vereinigte sich Dassow mit den Gemeinden Pötenitz und
Harkensee und bekam damit erstmals einen direkten Zugang
zur Ostsee.
Die Dassower Geschichte kann man nachlesen
im:
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